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Unser Umwelttipp: Waschen, wenn die Sonne Strom liefert

4. November 2026
In der Baarer Zytig vom 4. November fragt die Fachstelle Energie und Umwelt der Gemeinde Baar, weshalb die Waschmaschine am besten dann laufen sollte, wenn die Solaranlage Strom produziert. Hier finden Sie die Auflösung.

 

Wann schalten Sie Ihre Waschmaschine ein? Vermutlich dann, wenn der Wäschekorb voll ist. Doch mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien wird eine weitere Frage wichtiger: Wann steht der Strom zur Verfügung?

 

Ende September berichteten das Wasserforschungsinstitut der ETH Eawag und die Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL über ihre Umfrage, wie offen Schweizer Haushalte für einen zeitlich flexibleren Energieverbrauch sind. Mehr als 1700 Mieterinnen und Mieter wurden befragt. Grundsätzlich zeigte sich dabei eine Bereitschaft, den Energieverbrauch zeitlich anzupassen. Ein flexiblerer Verbrauch kann dabei helfen, Angebot und Nachfrage besser aufeinander abzustimmen, Lastspitzen zu glätten und den Bedarf an Speichern zu verringern.

 

Auf die Sonne warten, kann sich auch finanziell lohnen

Das ist besonders interessant bei einer eigenen oder gemeinsam genutzten Photovoltaikanlage. Wenn der produzierte Solarstrom direkt im Gebäude verbraucht wird, spricht man von Eigenverbrauch. Anstatt den überschüssigen Solarstrom ins öffentliche Netz einzuspeisen und zu einem anderen Zeitpunkt wieder Strom aus dem Netz zu beziehen, wird ein grösserer Teil der eigenen Produktion vor Ort genutzt. EnergieSchweiz nennt beispielsweise Haushaltsgeräte, Wärmepumpen, Warmwasserspeicher und Elektroautos als Verbraucher, deren Betrieb sich mit der Solarstromproduktion synchronisieren lässt.

 

Das kann sich auch finanziell lohnen. Entscheidend ist das Verhältnis zwischen dem Preis für Strom aus dem Netz und der Vergütung für eingespeisten Solarstrom. Ist der eingekaufte Strom teurer als die Einspeisevergütung, ist eine selbst verbrauchte Kilowattstunde wertvoller als eine eingespeiste. Wie gross dieser Vorteil ist, hängt vom jeweiligen Tarif ab.

 

Strom dann nutzen, wenn er vor Ort produziert wird

Die Waschmaschine oder der Geschirrspüler sollten deshalb dann laufen, wenn genügend eigener Solarstrom produziert wird. Eine Startzeitvorwahl kann dabei helfen. Noch besser ist eine Produktionsanzeige oder eine App der Solaranlage, denn die Uhrzeit allein garantiert keinen Solarstromüberschuss.

 

Wichtig ist der Unterschied zwischen Strom sparen und Strom verschieben: Ein Waschgang benötigt nicht weniger Energie, nur weil er mittags statt abends durchgeführt wird. Die Verschiebung kann jedoch den Eigenverbrauch erhöhen. Es wäre wenig sinnvoll, zusätzliche Waschgänge zu starten, nur weil gerade die Sonne scheint. Auch Mietende können bei ihrer Verwaltung nachfragen, ob Solarstrom im Gebäude gemeinsam genutzt wird.

 

Unser Tipp: Nicht mehr Strom verbrauchen, sondern den Strom dann beziehen, wenn die eigene Anlage Solarstrom produziert. 

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