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Gemeinde Baar
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Ein gutes Angebot, das noch etwas Zeit braucht

13. Dezember 2021
Quartiere besser erschliessen, Leerfahrten vermeiden und die ÖV-Nutzung stärken: Unter dieser Prämisse hat die Gemeinde gemeinsam mit dem kantonalen Amt für Raum und Verkehr (ARV) sowie den Zugerland Verkehrsbetrieben (ZVB) die Schaffung eines ÖV-on-Demand-Angebots geprüft. Vorerst wird auf eine Einführung verzichtet.

 

Die Idee ist verlockend: Quartiere, die durch den öffentlichen Verkehr nicht oder kaum erschlossen sind, werden mit mehreren Kleinbussen bedient, die auf Abruf Fahrgäste abholen. So lautet die Idee hinter dem Angebot "ÖV-on-Demand", das die Gemeinde Baar in den vergangenen Monaten genauer unter die Lupe genommen hat. "Das Bevölkerungswachstum und der Siedlungsdruck bedingen, dass wir das ÖV-Angebot ausbauen und neue Formen der Mobilität entwickeln", erklärt der zuständige Gemeinderat Zari Dzaferi. Ziel der Gemeinde ist es, sämtliche grösseren Quartiere zu erschliessen – auch jene, in denen ein klassischer ÖV mit Linienbussen nicht umsetzbar ist. ÖV-on-Demand bietet sich dafür an. Und so funktioniert es: In einem festgelegten Perimeter stehen zu klar definierten Zeiten mehrere Kleintransporter zur Verfügung, die per App bestellt werden können. Auf einen fixen Busfahrplan, eine einheitliche Linienführung und klassische Haltestellen würde verzichtet. Gemeinsam mit dem kantonalen Amt für Raum und Verkehr (ARV) sowie den Zugerland Verkehrsbetrieben (ZVB) wurde das Potenzial in der Gemeinde abgeklärt und eine Studie in Auftrag gegeben.

 

Quartiere erschliessen, Leerfahrten vermeiden

Neben einer besseren Erschliessung der Quartiere soll durch ein On-Demand-Angebot die Anzahl der Leerfahrten verringert werden. "Auf zahlreichen Linien verkehren in Fahrplan-Randzeiten grosse Busse mit einer geringen Auslastung", weiss Angebotsplaner Patrick Stöcklin vom ARV. Hier gebe es aus ökologischen und ökonomischen Überlegungen Optimierungsbedarf. Deshalb ist das ARV sehr daran interessiert, neue und zukunftsorientierte Mobilitätsformen zu finden. Die Digitalisierung bietet hier neue Möglichkeiten, wie Uber oder Airbnb beweisen. "Die Zukunft der Mobilität ist multimodal", sagt Philipp Hofmann, Leiter Markt bei den ZVB. "Für uns gilt es, am Ball zu bleiben und die Digitalisierung besser zu nutzen."

 

Kosten im Ungleichgewicht

Die Studie des Zuger Unternehmens smove GmbH kommt zum Schluss, dass sich ein On-Demand-Angebot im untersuchten Perimeter in der Gemeinde Baar umsetzen lässt. Die bisher schlecht oder nicht erschlossenen Gebiete Sonnrain, Früeberg, Mühlegasse und Schutzengel könnten besser an den ÖV angebunden werden. Auch könnten die Leerfahrten auf der Linie 31 (Baar–Sihlbrugg Dorf) in den Randzeiten und am Sonntag verringert werden. Allerdings fallen die Kosten für das vorgesehene Konzept der Gemeinde weitaus höher aus als vermutet. Für das On-Demand-Angebot entstehen gemäss Schätzung Initialkosten von knapp CHF 150'000 sowie jährliche Betriebskosten von rund CHF 1.4 Millionen.

 

Ist damit alles umsonst gewesen? Der Baarer Gemeinderat Zari Dzaferi verneint. Ein Besuch in den Zürcher Stadtteilen Altstetten und Albisrieden hat gezeigt, dass ÖV-on-Demand funktionieren kann. Dort wird derzeit ein 18-monatiges Pilotprojekt durchgeführt. Die gemachten Erfahrungen gilt es abzuwarten, um auch in Baar am Ball zu bleiben. "In einem nächsten Schritt muss das Angebot so optimiert werden, dass das Kosten-Nutzenverhältnis ausgewogener ist", blickt Zari Dzaferi in die Zukunft. Die Umsetzung von ÖV-on-Demand ist damit aufgeschoben – aber nicht aufgehoben.

Rufbus
Sie haben gemeinsam das On-Demand-Angebot analysiert (von links): Dominic Zürcher (Leiter Betrieb Bus, Verkehrsbetriebe Zürich), Christof Gerig (Abteilungsleiter Sicherheit / Werkdienst Baar), Philipp Hofmann (Leiter Markt, Zugerland Verkehrsbetriebe AG), Jacqueline Stutz (Geschäftsführerin smove), Marco Schärli (PM New Mobility, Zugerland Verkehrsbetriebe AG), Patrick Stöcklin (Projektleiter, Amt für Raum und Verkehr des Kantons Zug), sowie Zari Dzaferi (Gemeinderat und Abteilungsvorstand Sicherheit / Werkdienst Baar).

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